Vom Ausbildungsplatz zur Bundesbesten – und zurück ins Klassenzimmer: eine Bundesbeste als Ausbildungsbotschafterin
Franziska Schübilla hat ihren Ausbildungsweg als Kauffrau für Dialogmarketing bei der Pforzheimer Zeitung – J.Esslinger GmbH & Co. KG mit außergewöhnlichem Erfolg gemeistert: Sie schloss ihre Abschlussprüfung als Bundesbeste ab – ein Titel, den nur wenige erreichen – und engagierte sich gleichzeitig als Ausbildungsbotschafterin an Schulen. Dass sie fachliche Spitzenleistung und gesellschaftliches Engagement miteinander verbinden konnte, ist alles andere als selbstverständlich.
Gemeinsam mit der Koordinatorin der „Initiative Ausbildungsbotschafter“1 der IHK Nordschwarzwald, Frau Alexandra Holler, sprachen wir mit Frau Schübilla über ihren persönlichen Weg, die Aha-Momente, die sie geprägt haben, und darüber, was Jugendliche heute aus ihrer Sicht am meisten benötigen, wenn die Frage „Was mache ich nach der Schule?“ immer präsenter wird.
Ein Weg, der sich richtig anfühlte
Schon früh in der Ausbildung merkte Frau Schübilla, dass sie „besonders gut unterwegs“ war. Nicht, weil sie von Beginn an Spitzenleistungen erwartete – sondern weil sie feststellte, wie viel Freude ihr die Kommunikation mit den Kunden, Problemlösung und Teamarbeit im Rahmen von Projekten bereiteten. „Ich habe, glaube ich, schon sehr früh gemerkt: Marketing und Kundenservice gehen mir leicht von der Hand, und ich habe richtig Lust, mich da reinzuknien“, beschreibt sie diesen Moment noch ganz zu Beginn ihrer Berufsausbildung.
Entscheidende Meilensteine waren für sie stets das Übernehmen von kleinen eigenen Projekten. „Da dachte ich: Das ist mein Ding. Ich kann hier gestalten, Verantwortung übernehmen – und wachse dabei jedes Mal ein Stück.“
Herausforderungen gehören dazu
Trotz ihres Erfolgs gab es auch Stolpersteine. Die größte Herausforderung? „Der Anspruch an mich selbst. Nach den ersten Erfolgen wollte ich alles perfekt machen.“ Unterstützung fand sie vor allem in ihrem persönlichen und beruflichen Umfeld, das sie bestärkte, Schwächen nicht als Makel, sondern als Lernfelder zu sehen. „Meine engste Familie, meine Ausbilderin und Kolleginnen – sie alle haben mir immer wieder geholfen, meinen Weg zu gehen.“
In der Zeit ihrer Berufsausbildung kamen dann auch ihre Stärken so richtig zum Vorschein: Durchhaltevermögen, Planungs- und Organisationstalent und echte Offenheit, sich auf neue Themen und Wege einzulassen – eine Eigenschaft, die sie dann auch zu den Ausbildungsbotschaftern führte.
Als Ausbildungsbotschafterin zurück ins Klassenzimmer
Die Bereitschaft, zusätzlich zu ihrer Ausbildung auch Schulen zu besuchen, war eine bewusste Entscheidung. „Ich wollte zeigen, wie vielseitig und modern eine Ausbildung bei uns im Betrieb ist.“ Frau Holler ergänzt: „Die Reaktionen der Schülerinnen und Schüler bei den Einsätzen sind jedes Mal erstaunlich offen: ehrliche Überraschung, wachsende Neugier – und manchmal echte Erleichterung. Vielen ist gar nicht bewusst, welche Chancen eine duale Ausbildung bietet.“ Und für die Koordinatorin ist auch klar, dass ein Ausbildungsbetrieb, der Bundesbeste hervorbringt, ein Umfeld schafft, in dem Spitzenleistungen möglich werden. Bei der Akquise neuer Ausbildungsbotschafter lohne sich daher der Blick auf genau solche ausbildungsstarken Betriebe.
Ausbildung oder Studium – eine echte Entscheidung
Die Entscheidung zwischen Studium und Ausbildung kennt Frau Schübilla gut. Für sie war die Wahl allerdings klar: Sie wollte Praxis, Nähe zu Menschen, Verantwortung. Heute sagt sie: „Eine duale Ausbildung schenkt dir etwas, das man nicht aus Büchern lernen kann: echte Erfahrung.“ Die duale Ausbildung sieht sie auch heute als unterschätzte Chance. Vorteile? „Praxis ab Tag eins, ein Gehalt, echte Verantwortung – und extrem gute Entwicklungsmöglichkeiten.“ Trotz eines positiveren Trends beobachtet sie weiterhin Vorurteile: „Viele denken noch immer, Studium sei automatisch ‚mehr wert‘. Das stimmt längst nicht mehr.“
Engagement, Balance und ein Satz für die Zukunft
Wie hat sie Spitzenleistung und Engagement gleichzeitig geschafft? „Mit Struktur und Offenheit für Neues – und weil mir beides wichtig war.“
Ein Satz aus den ersten Tagen ihrer Ausbildung begleitet sie bis heute: ‚Wachsen tust du nicht in den leichten Momenten, sondern in denen, in denen du dich traust.‘ und somit war ihr immer wichtig, die eine Botschaft an Schülerinnen und Schüler weiterzugeben: „Traut euch, euren eigenen Weg zu wählen – nicht den, von dem ihr glaubt, dass andere ihn erwarten.“
Fußnoten:
1 Die „Initiative Ausbildungsbotschafter“ ist ein vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg gefördertes Projekt.
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