Berufsorientierung mal anders: „BO trifft Sport“ bringt Zukunftsthemen auf den Trainingsplatz
Wie kann man junge Menschen dort erreichen, wo sie sich wohlfühlen – und zugleich spielerisch für das Thema Berufsorientierung begeistern? Diese Frage war der Ausgangspunkt für ein neues, praxisnahes Format: „BO trifft Sport“.
Die Idee: Berufsorientierung im Sportverein. Denn viele Jugendliche verbringen dort einen großen Teil ihrer Freizeit – sie trainieren, erleben Teamgeist und lernen Verantwortung zu übernehmen. Warum also nicht genau dort ansetzen?
Vom Kabinentalk zur Aufwärmphase
Inspiriert wurde das Format von bestehenden Ansätzen wie den „Kabinentalks“ aus Hannover. Doch statt in der Kabine – einem Ort, der für viele Sportlerinnen und Sportler ein geschützter Rückzugsraum ist – setzt „BO trifft Sport“ bewusst früher an: in der Aufwärmphase.
Hier kommt jede und jeder in Bewegung, und genau da beginnt das Gespräch über Berufsbilder, Fähigkeiten und Zukunftspläne. Durch sportliche Übungen mit thematischem Bezug entsteht eine natürliche Verbindung zwischen Bewegung und Berufsorientierung – ganz ohne erhobenen Zeigefinger.
Spielerisch Berufe entdecken
Die Übungen sind so gestaltet, dass sie leicht in Trainingseinheiten integriert werden können – idealerweise mit Unterstützung von Ausbildungsbotschafterinnen und -botschaftern, die selbst mitmachen und später beim Cool Down aus ihrem Berufsalltag berichten.
Zwei Beispiele aus dem Hockeybereich zeigen, wie das funktioniert:
Ferienjob-Staffel
Material: Hütchen, Karten mit Ferienjobs (z. B. Zeitungen austragen, Babysitten, im Café helfen)
Ablauf: In Teams dribbeln die Teilnehmenden mit Schläger und Ball um Hütchen, ziehen am Ende jeder Runde eine Karte und erklären kurz, was sie bei dem Job tun und welche Fähigkeiten wichtig sind.
Ziel: Spielerisch über erste Berufserfahrungen und Soft Skills sprechen.
Job-Memory-Lauf
Material: Zwei Kartensätze – Berufe und zugehörige Tätigkeiten oder Gegenstände (z. B. „Gärtner“ – „Gartenschere“)
Ablauf: Die Teilnehmenden laufen mit Ball zu einer Kartensammlung, ziehen eine Karte und suchen das passende Pendant.
Ziel: Berufsbilder kennenlernen und Wissen im Wettbewerb anwenden.
Zum Abschluss folgen Cool-down-Übungen mit Gesprächsimpulsen: Was hat heute Spaß gemacht? Welche Berufe habt ihr kennengelernt? Was würdet ihr gern ausprobieren?
Nächster Einsatz im Hockeyverein geplant
Der nächste Praxiseinsatz von „BO trifft Sport“ ist für Ende November bzw. Anfang Dezember bei einem Hockeyverein geplant. Aktuell werden gezielt Vereine angesprochen – keine leichte Aufgabe, aber der Anfang ist gemacht.
Das Ziel bleibt klar: Berufsorientierung dort erlebbar machen, wo Jugendliche mit Leidenschaft und Teamgeist dabei sind.
- © Talirina / Shutterstock – handgezeichnete Sportgeräte (1000_handgezeichnete_sportgeräte.jpg)