Alle wollen wissen, ob die Schulbesuche wirken, aber kaum jemand hat die Ressourcen, das sauber zu evaluieren ...
Wenn man es herunterbricht, gibt es drei Ebenen: die organisatorischen Hürden, die technischen/ methodischen Fragen und die Akzeptanz bei Schulen und Botschaftern.
Typische Herausforderungen
1. Zeit- und Ressourcendruck
Schulen sind oft überlastet, Lehrkräfte sehen Feedbackbögen als zusätzliche Arbeit.
Ausbildungsbotschafter haben meist keine Lust auf lange Dokumentation nach ihrem Einsatz.
Kammern verfügen selten über eigene Evaluationsstellen – Aufwand muss „nebenbei“ passieren.
2. Datenqualität und Vergleichbarkeit
Rückmeldungen aus Schulen kommen sehr heterogen (E-Mail, handschriftlich, mal ausführlich, mal knapp).
Fragen sind nicht standardisiert, sodass sich Ergebnisse schlecht vergleichen oder über mehrere Jahre aggregieren lassen.
3. Zugang und Datenschutz
Schulen sind sensibel beim Thema Datenerhebung, besonders bei Schüler:innen.
Zu viele persönliche Daten abzufragen wirkt abschreckend und rechtlich problematisch.
4. Nutzen-Klarheit
Lehrkräfte und Botschafter verstehen oft nicht, warum Feedback wichtig ist. Wenn der Mehrwert unklar bleibt, sinkt die Motivation zur Teilnahme.
Lösungsansätze für eine praxistaugliche Evaluation
A. Standardisierung mit Minimalprinzip
Entwicklung eines einheitlichen, ultrakurzen Feedback-Tools (z. B. 3–5 Fragen, Smiley-Skala oder digitale Klick-Abfrage).
Zwei Zielgruppen getrennt befragen: Schüler:innen und Lehrkräfte.
Kernindikatoren könnten sein: Verständlichkeit, Relevanz, Interesse an Ausbildung geweckt.
B. Digitale, niederschwellige Tools nutzen
QR-Codes am Ende der Veranstaltung austeilen, die zu einem Ein-Klick-Feedback führen (z. B. Mentimeter, Forms, LimeSurvey).
Tablets oder Smartphones der Ausbildungsbotschafter nutzen lassen, um direkt im Raum abzufragen („Bitte nehmt euch 2 Minuten“).
Automatisierte Auswertung spart Zeit und ermöglicht Benchmarking zwischen Regionen.
C. Rückmeldung für die Schulen attraktiv machen
Schulen erhalten einen automatisch generierten Kurzbericht (z. B. „80 % der Schüler:innen fanden den Vortrag interessant, 65 % können sich nun eine Ausbildung vorstellen“).
So wird Feedback zu einem Service für Schulen, nicht nur zu einer „Pflichtabgabe“.
D. Botschafter motivieren
Ausbildungsbotschafter können nach ihrem Einsatz über eine App oder ein Online-Formular eine schnelle Selbsteinschätzung abgeben: Wie war die Klasse, was lief gut, was war schwierig?
Gamification-Ansatz: Wer regelmäßig Feedback liefert, erhält eine kleine Anerkennung (Zertifikat, Dankeschön).
E. Netzwerkebene einbinden?
Entwicklung eines zentralen Feedback-Frameworks, das alle Kammern nutzen können, um Ergebnisse vergleichbar zu machen.
Gemeinsame Plattform oder Datenbank, in die standardisierte Kurzberichte einlaufen.
Aggregierte Ergebnisse können dann bundesweit zeigen, welchen Impact die Botschafter-Initiativen haben – politisch und fachlich wertvoll.
Quintessenz
Eine Evaluation kann nur funktionieren, wenn sie extrem schlank, digital und mit klarem Mehrwert für alle Beteiligten gestaltet ist. Schulen und Botschafter:innen müssen den Nutzen erkennen, sonst bleibt es ein lästiges Extra. Gleichzeitig könnte eventuell eine Netzwerkkoordination durch Standardisierung dafür sorgen, dass die Daten am Ende auch wirklich vergleichbar und aussagekräftig sind.