Lasst uns die Schrauben mal ein Stück weiterdrehen – Ausbildungsbotschafter-Formate müssen nicht immer nur „Azubi erzählt von seiner Ausbildung vor einer Schulklasse“ bedeuten. Das ist solide, funktioniert – aber die Bühne ist größer. Hier ein paar ungewöhnliche, kreative Formate, die man auf Kammer-Ebene oder regional spinnen könnte:
Azubi-Escape-Room
Eine Klasse löst Rätsel, die typische Alltagssituationen aus der Ausbildung nachstellen: Werkzeuge finden, Material richtig sortieren, Aufgaben in Teamarbeit lösen. Der Ausbildungsbotschafter führt durch das Spiel und erzählt am Ende, wie diese Skills im Job tatsächlich gebraucht werden.
Ausbildungsbotschafter-Speeddating
Kein romantischer Kitsch, sondern Kurzrunden von 5 Minuten: Schüler rotieren zwischen Azubis verschiedener Berufe. So bekommt jeder einen „Schnellschuss-Eindruck“ und die Hemmschwelle sinkt.
„Berufsorientierung zum Anfassen“ – Pop-Up-Werkstatt
Statt nur von der Ausbildung zu erzählen, bauen die Botschafter:innen mit Schüler:innen etwas Konkretes: ein Mini-Holzregal, ein kleines Programm, eine digitale Collage. Lerneffekt + greifbares Ergebnis = starke Erinnerung.
Ausbildungsbotschafter-Battle
Zwei Azubis verschiedener Branchen pitchen ihren Ausbildungsberuf vor Schüler:innen. Danach darf die Klasse entscheiden, wessen Beruf „cooler“ wirkt – nicht als Konkurrenz, sondern spielerisch. Moderation sorgt für Fairness.
Eltern-Afterwork mit Azubi-Talks
Eltern sind mächtige Entscheider. Laden wir sie doch zu einem lockeren Abend mit Azubi-Botschaftern ein. Kein Frontalvortrag, sondern Gespräch bei Snacks und Getränken. Ergebnis: Eltern hören nicht nur HR-Argumente, sondern echte Stimmen von Jugendlichen.
Insta-Takeover & TikTok-Challenges
Ausbildungsbotschafter übernehmen für eine Woche den Kammer-Account. Storys direkt aus der Werkstatt, kurze Challenges („Zeig dein Werkzeug in 10 Sekunden“, „Zeig deinen Arbeitsplatz im Style von TikTok-Trends“). Nah, authentisch und mit Spaßfaktor.
„Job Walk & Talk“
Statt Präsentation im Klassenzimmer: Kleine Gruppen von Schüler:innen spazieren mit Azubi-Botschaftern durch Betriebe oder Städte. Gespräche finden im Gehen statt – lockert auf, bricht Hierarchien und erzeugt Nähe.
Azubi-Hörsaal: „Frag mich alles“
Im Stil eines AMA („Ask me anything“): Botschafter:innen sitzen auf der Bühne, Schüler:innen dürfen anonym Fragen stellen (per Handy/Tool), die sonst keiner laut fragen würde. Tabufreier Raum = echte Insights.
Ausbildungs-Hackathon light
Schüler:innen und Azubis bilden gemischte Teams und bearbeiten in 3–4 Stunden eine Challenge aus der Praxis: „Wie könnte man den Pausenraum nachhaltiger gestalten?“ oder „Wie bringt man Azubis und Kunden digital zusammen?“ Ergebnisse werden gepitcht.
Botschafter-Festival
Statt einzelner Einsätze: ein regionales Mini-Festival mit Ständen, Vorträgen, Live-Musik von Azubi-Bands, Food-Truck von Gastro-Azubis. Ein Mix aus Messe, Konzert und Begegnung. Ausbildungsbotschafter mittendrin, nicht nur am Rand.
Und?
Das Schöne: Viele dieser Formate lassen sich modular bauen – mal low-budget (Klassenzimmer, kleine Spiele), mal groß (Kongress, Festival).Wenn man das Ganze strategisch betrachtet, würde ich Formate in drei Kategorien clustern:
- Dialogisch (Speeddating, Walk & Talk, AMA)
- Praktisch (Escape Room, Pop-Up-Werkstatt, Hackathon)
- Inszeniert (Battle, Festival, Social-Media-Takeover)
So können Koordinator:innen bewusst mixen: ein bisschen direkte Begegnung, ein bisschen Erlebnis, ein bisschen Show. Als erste Anregungen nicht schlecht, oder?
- © blackdovfx / Getty Images – Weltkugel, Technologie, Globales Netzwerk (3469_weltkugel-technologie-globales-netzwerk.jpg)