Die Schulungen der kommenden Ausbildungsbotschafter ist eigentlich die „Initialzündung“ des Projekts: Hier entscheidet sich, wie sicher, motiviert und wirksam die jungen Menschen später auftreten. Ob die Koordination das selbst macht oder Externe beauftragt, hängt stark von Ressourcen, Kompetenzen und strategischen Zielen ab.
Schulung durch die Koordinierenden selbst
Vorteile
Nähe zum Projekt: Koordinierende kennen die Ziele, Abläufe und die regionale Besonderheit der Initiative genau.
Beziehungsaufbau: Direkter Kontakt zu den Botschaftern stärkt Vertrauen, erleichtert spätere Betreuung.
Flexibilität: Inhalte können spontan angepasst werden, z. B. an Feedback von Schulen oder aktuelle Trends.
Kostenersparnis: Kein Honorar für externe Trainer nötig.
Nachteile
Hoher Zeitaufwand: Schulungsvorbereitung, Durchführung und Nachbereitung kosten Kapazitäten, die an anderer Stelle fehlen.
Begrenzte Methodenkompetenz: Nicht alle Koordinierenden sind ausgebildete Trainer:innen. Didaktische Vielfalt, Rhetorik- oder Auftrittstrainings können leiden.
Gefahr von Betriebsblindheit: Weniger Input von außen, mögliche Einseitigkeit in den Inhalten.
Schulung durch Externe (Trainer:innen, Coaches, Bildungsträger)
Vorteile
Professionalisierung: Externe bringen frische Methoden, Rhetorik-Know-how und pädagogisches Handwerkszeug mit.
Signal der Wertigkeit: Botschafter empfinden eine externe Schulung oft als „besonderes Event“, was die Motivation steigern kann.
Entlastung: Koordinierende sparen Zeit und können sich auf Organisation & Netzwerkaufbau konzentrieren.
Neue Impulse: Externe Trainer können aktuelle Trends (z. B. TikTok in Berufsorientierung, Storytelling-Methoden) einbringen.
Nachteile
Kosten: Externe Schulungen erfordern Budget, das nicht jede Kammer sofort hat.
Weniger Nähe: Koordinierende bauen erst später eine Beziehung zu den Botschaftern auf.
Abstimmungsaufwand: Inhalte müssen im Vorfeld genau abgesprochen werden, um zu den Projektzielen zu passen.
Empfehlungen für neue Initiativen
Hybridmodell prüfen:
Ein guter Weg ist die Kombination:
- Grundlagenschulung (Auftreten, Rhetorik, Präsentationstechniken) durch Externe,
- Projektspezifische Inhalte (Abläufe, Rollenverständnis, organisatorische Details) durch die Koordinierenden.
Ressourcen ehrlich einschätzen:
Gibt es in der Kammer jemanden mit Trainingskompetenz und Zeit? → Eigenleistung ist sinnvoll.
Fehlen diese Ressourcen? → Externe einkaufen und Kapazitäten für Koordination und Nachbereitung freihalten.
Pilotphase klein halten:
Neue Initiativen sollten sich nicht überfordern. Lieber wenige Botschafter gut schulen und eng begleiten, als sofort auf Masse gehen.
Netzwerk nutzen:
Erfahrungen anderer Kammern oder Best-Practice-Konzepte aus dem Netzwerk im Ganzen können helfen, den Schulungsstandard zu sichern – egal ob intern oder extern durchgeführt.
Für neue Initiativen empfiehlt sich oft ein externer Einstieg, um gleich mit professioneller Qualität und einem motivierenden Erlebnis für die Botschafter zu starten. Parallel sollten die Koordinierenden frühzeitig eigene Schulungskompetenz aufbauen, um mittelfristig mehr Eigenständigkeit und Flexibilität zu gewinnen.
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