Statt klassischer Einsätze im Klassenraum setzt der „Tag der Ausbildungsbotschafter“ der IHK Düsseldorf auf ein anderes Prinzip: viele Gespräche parallel, offene Atmosphäre – und vor allem aktives Ausprobieren.
Das Format ist als kompakte Mini-Messe angelegt und findet meist in der Aula einer größeren Schule statt. Mehrere Klassen besuchen nacheinander die Veranstaltung und bewegen sich frei zwischen den Ständen der Ausbildungsbotschafterinnen und -botschafter. So entstehen deutlich mehr Einzelgespräche als im Frontalformat – niedrigschwellig, spontan und oft direkter.
Vom Erzählen ins Erleben kommen
Der entscheidende Unterschied liegt im Mitmach-Charakter: An jedem Stand gibt es eine kleine praktische Aufgabe oder ein Beispiel aus dem Berufsalltag. Die Schülerinnen und Schüler kommen nicht nur ins Gespräch, sondern probieren Tätigkeiten selbst aus. Das erleichtert den Gesprächseinstieg und sorgt dafür, dass vermittelte Inhalte besser hängen bleiben als bei reinen Präsentationen.
Ein Laufzettel mit Leitfragen unterstützt die Jugendlichen dabei, aktiv auf die Ausbildungsbotschafterinnen und -botschafter zuzugehen und erste Fragen zu stellen.
Hohe Reichweite – anderer Aufwand
Durch den rotierenden Ablauf können an einem Tag viele Klassen und Jahrgänge erreicht werden – meist von der 9. Klasse bis zur Oberstufe. Gleichzeitig verändert sich aber auch die Organisation:
Das Format ist deutlich abstimmungsintensiver als ein klassischer Schuleinsatz – insbesondere bei Raumplanung, Zeitstruktur und Besucherlenkung. In der Praxis hat sich gezeigt, dass es mehrere Abstimmungsgespräche mit der Schule braucht und mindestens einen Termin vor Ort, um die Räumlichkeiten kennenzulernen.
Da viele Abläufe parallel stattfinden, braucht es am Veranstaltungstag mehrere Koordinatorinnen bzw. unterstützende Kolleginnen und Kollegen, die Organisation, Betreuung der Ausbildungsbotschafter und Abstimmung vor Ort übernehmen.
Mehrwert auch für die Unternehmen
Neben den Gesprächen mit den Schülerinnen und Schülern bietet der Tag auch für die Ausbildungsbotschafter und die Ausbildungsbetriebe einen Mehrwert: Die Auszubildenden erleben andere Berufe, tauschen sich untereinander aus und nehmen neue Impulse für ihre eigenen Einsätze mit. Durch den direkten Kontakt konnten bereits Praktikums- und Ausbildungsplätze vermittelt und besetzt werden.
Fazit: Der „Tag der Ausbildungsbotschafter“ erweitert das bekannte Einsatzformat um eine interaktive Komponente: weg vom reinen Vortrag, hin zu vielen kurzen Gesprächen und praktischen Einblicken. Für Initiativen bietet er die Möglichkeit, in kurzer Zeit eine große Zahl an Jugendlichen zu erreichen – vorausgesetzt, Organisation und Schulpartnerschaft sind entsprechend aufgestellt.
Ihr habt Fragen zu dem Veranstaltungskonzept oder gute Ideen zur Weiterentwicklung? Katrin Kolfhaus freut sich auf den Austausch mit Euch.
- © Katrin Kolfhaus / IHK Düsseldorf / Privat/Non-kommerziell – Katrin_Kolfhaus_NL3-2026_Beitrag5_Beitrag_5.jpg
Dieser Beitrag wurde erstmals im Newsletter 4/2026 des Netzwerks der Ausbildungsbotschafter-Initiativenveröffentlicht. Wenn Sie keine Ausgabe und keine aktuellen Impulse aus dem Netzwerk verpassen möchten, abonnieren Sie unseren Newsletter und bleiben Sie auf dem Laufenden.
erdler(at)rkw.deAuch interessant
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