Was passiert, wenn engagierte Ausbildungsbotschafterinnen und -botschafter nicht nur im Klassenzimmer stehen, sondern direkt im eigenen Betrieb ins Mikrofon sprechen? Es entsteht echte Begeisterung – und ein Format, das berufliche Orientierung neu erlebbar macht.

Genau das zeigt die Verknüpfung des Projekts „Ausbildungsbotschafter und Ausbildungsbotschafterinnen NRW“ mit dem Podcast „Orientierbar“. In der Rubrik „Azubigesucht“ besuchen die Moderatorinnen und Moderatoren Auszubildende direkt in ihrem Unternehmen. Die erste Frage lautet: „Wo befinden wir uns heute?“ – und schon sind die Hörerinnen und Hörer mitten im Betrieb, mitten im Geschehen.

„Orientierbar“ ist ein Projekt des Netzwerks Karriere-hier im Ausbildungskonsens Hellweg-Sauerland. Ziel ist es, berufliche Perspektiven in der Region sichtbar zu machen, Jugendliche und Eltern zu unterstützen und Brücken zwischen Schulen und Unternehmen zu bauen. Die Podcast-Folgen sind dabei ein besonders lebendiger Baustein: Sie zeigen Ausbildung so, wie sie wirklich ist – authentisch, nahbar und voller Chancen.

Für Judith Beele von der IHK Arnsberg ist die Verbindung ein echter Mehrwert: „Unsere Ausbildungsbotschafterinnen und -botschafter gehen in Schulen und berichten aus erster Hand. Im Podcast können sie ihre Geschichte noch intensiver erzählen – und erreichen weit über den Klassenraum hinaus junge Menschen.“

Aileen Thiele-Willner von der Handwerkskammer Südwestfalen betont die Bedeutung des Podcast-Formats für das Handwerk: „Wenn Auszubildende direkt aus ihrem Berufsalltag berichten, wird sichtbar, wie modern, vielfältig und zukunftsstark eine Ausbildung im Handwerk ist. Die persönlichen Einblicke zeigen authentisch, welche Chancen und Perspektiven das Handwerk jungen Menschen bieten.“

Wie das klingt, zeigen Kimberley und Fabio eindrucksvoll: Kimberley, gerade frisch ausgelernte Augenoptikerin, nimmt die Hörerinnen und Hörer mit in ihren Arbeitsalltag zwischen Werkbank und Beratungsgespräch:

„Viele denken bei meinem Beruf nur an Brillenverkauf. Aber ich arbeite hochpräzise, berate individuell und sehe jeden Tag, wem ich konkret helfen konnte. Im Podcast konnte ich zeigen, wie viel Verantwortung und Herzblut in meiner Ausbildung stecken.“

Fabio, angehender Industriemechaniker, berichtet aus der Produktionshalle seines Unternehmens: „Wenn man hört, wie Maschinen anlaufen und weiß, dass man selbst daran mitgearbeitet hat, ist das ein starkes Gefühl. Im Podcast habe ich gemerkt, wie stolz ich auf meinen Beruf bin – und wie viel wir als Azubis schon bewegen.“

Genau darin liegt der besondere Mehrwert: Die Ausbildungsbotschafterinnen und -botschafter reflektieren ihre eigenen Wege, stärken ihre Kommunikationsfähigkeit und vertreten selbstbewusst ihre Berufe. Die Aufzeichnung im eigenen Unternehmen schafft Identifikation – und oft auch eine neue Wertschätzung im Betrieb selbst.

Gleichzeitig profitieren die Unternehmen: Die professionell produzierte Folge kann über Social Media, die Karriereseite oder per QR-Code auf Ausbildungsmessen geteilt werden.  So wird authentisches Azubi-Feeling zum starken Recruiting-Instrument – ohne Kosten für die Betriebe.

Die Kombination aus Schuleinsatz und Podcast ist damit weit mehr als Öffentlichkeitsarbeit. Sie verbindet persönliche Begegnung mit digitaler Reichweite, Engagement mit Sichtbarkeit und Berufsorientierung mit echter Begeisterung.

Fazit: Ausbildungsbotschafter und Ausbildungsbotschafterin NRW zu sein heißt, Verantwortung zu übernehmen – für sich selbst, für den eigenen Beruf und für die nächste Generation. Die Teilnahme an „Orientierbar“ macht dieses Engagement hörbar und multipliziert seine Wirkung. 

Ausbildung bekommt eine Stimme – und diese Stimme bleibt.

Bildquellen und Copyright-Hinweise
  • © Judith Beele (IHK Arnsberg) / Aileen Thiele-Willner (HWK Südwestfalen) / Privat/Non-kommerziell – Judith_Beele_Ailee_Thile-Willner_NL3-2026_Beitrag7.jpeg

Dieser Beitrag wurde erstmals im Newsletter 4/2026 des Netzwerks der Ausbildungsbotschafter-Initiativenveröffentlicht. Wenn Sie keine Ausgabe und keine aktuellen Impulse aus dem Netzwerk verpassen möchten, abonnieren Sie unseren Newsletter und bleiben Sie auf dem Laufenden.

erdler(at)rkw.de

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